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Die Mischung klingt viel versprechend: unterhaltsamer A-cappella-Gesang paart sich mit erlesenen Köstlichkeiten aus der Küche. Gaumen und Ohren werden quasi gleichberechtigt verwöhnt, abwechselnd und auf beachtlichem Niveau. So ist kurz und knapp das Konzept des "Vielharmonischen Menüs" beschrieben, das am Sonntag den Saal des Schützenhofes um die Mittagszeit mit erwartungsfrohen Gästen füllte.
Sie wurden im Verlauf der folgenden Stunden nicht enttäuscht. Nicht von den Fürther Lokalmatadoren in Sachen acappella, den "Vielharmonikern", und nicht von dem Küchenteam um Markus Uth. So reichte die musikalisch-lukullische Bandbreite an diesem Nachmittag von Räucherfisch bis Schokoladeneis, von den Beatles bis zu Robbie Williams.
Nach ihren ersten eigenen, abendfüllenden Konzerten sind die "Vielharmoniker" damit eine neuen Weg gegangen, ihre Kunst zu präsentieren. Die 2002 gegründete A-cappella-Gruppe arbeitet beharrlich an der Fortentwicklung ihres Bühnenprogramms, was sich am Sonntag nicht nur in einigen neuen Stücken, sondern auch in der Präsentation des Programms niederschlug. Musikalisch hat das Septett sowieso längst ein beachtliches Niveau erreicht und sich damit eine treue Fangemeinde ersungen.
Was beschwingt und locker rüberkommt und mit einer gehörigen Prise Humor serviert wird, ist tatsächlich eine höchst anspruchsvolle Art, musikalische Unterhaltung zu produzieren. Hohe Konzentration auf einer in langer Probenarbeit erschaffenen Basis ist nötig, damit der Zuhörer das Gefühl hat, dass die jeweiligen Solostimmen von einer instrumentierten Begleitband - und nicht einfach "nur" von fünf oder sechs weiteren Stimmen - getragen werden.
Die "Vielharmoniker" beherrschen dieses Zusammenspiel, bei dem jeder Einzelne eine eigene, tragende Funktion im Gesamtklang einnimmt: die Tenöre Matt Atherton und Toby Hill ebenso, wie Viola Unger (Mezzosopran), Meike Fink (Sopran), Anne Lindner (Alt), Jan Unger (Bariton) und Hans Unger (Bass). Gerade Letzterer bewies am Sonntag bei "Probier’s mal mit ’nem Bass" wieder eindrucksvoll, dass auch die "Tieftöner" Potenzial als Solostimme haben.
Die Arrangements der "Vielharmoniker" stammen allesamt aus eigener Feder, wobei sich beiden "musikalischen Köpfe" Viola Unger und Matt Atherton hervortun. Von der Bandbreite die dadurch in den vergangenen Jahren entstanden ist, bekamen die Gäste beim "Vielharmonischen Menü" am Sonntag einen guten Eindruck. Sie reicht von dem schmachtenden "Something Stupid" bis hin zum rockigen "Back in the USSR". Beschwingtes, wie die "Good vibrations" der legendären Beach Boys, wirkt ebenso authentisch wie beispielsweise das nachdenkliche "Yesterday" der unvergessenen Pilzköpfe aus Liverpool.
Die "Wise Guys", das deutsche A-cappella-Flagschiff aus Köln, sind gleich mit mehreren Nummern im Programm vertreten. Mit der ultimative Aufforderung "Sing mal wieder" etwa, oder der Hommage an "Meine heiße Liebe", die sich letztlich als eine aromatische Tasse Kaffee herausstellt. Eine solche kann auch ein opulentes Mahl abrunden, das für die Gäste am Sonntag unter anderem aus Hähnchenbrustfilet in Morchelrahm bestand. So gesehen schloss sich der kulinarisch-musikalische Kreis des Vielharmonischen Menüs.
Am Ende eine gelungenen Nachmittags, der gleich mehrere Sinne auf angenehme Weise ansprach, blieb für die Gäste unter anderem die Vorfreude auf die erste eigene CD der "Vielharmoniker", die derzeit produziert wird und wohl in absehbarer Zeit veröffentlicht werden wird. |