Konzert Bericht - Starkenburger Echo 23.01.07
Geschrieben von Marion Körner, Starkenburger Echo   
Montag, 22. Januar 2007

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„Ich trink keinen Tee mehr, nur noch Äppelwoi,“ gaben Matt Atherton und Toby Hill, die beiden Engländer der Vielharmoniker, am Samstagabend in der evangelischen Kirche offen zu und ernteten Beifall und viel Gekicher.

Das Geständnis ist nur eine Textzeile aus dem Lied „Engländer im Ourewoald“. Wolfgang Arnold hat es nach der Melodie von Sting „An Englishman in New York“ für die A-cappella-Truppe umgeschrieben und ihnen damit schon fast eine Hymne geschaffen, auch wenn nur ein Viertel der „Vielharmoniker“ englischen Ursprungs ist. Der Odenwälder Part kommt nicht zu kurz: „Die Kronen sind aus Schaum“ und „Schuldeutsch ist es wohl nicht“, was da gesprochen wird, heißt es im Text.

Nicht nur dieser Song stieß in der ausverkauften Kirche auf großen Anklang. Die Zuhörer waren einmal mehr begeistert von den stimmlichen Qualitäten der acht Sänger, der Zusammenstellung der Songs und dem Witz, den sie immer im Gepäck haben. Da wird geblödelt bei der Vorstellung der einzelnen Mitglieder des Ensembles und manchmal reicht auch einfach die Mimik von Toby Hill, der den Hauptteil der Moderation übernahm.

Schon gleich nach dem ersten Song „Shine“ regte er die Lachmuskeln an, und bei der Vorstellung von Matt, dem ersten Tenor des Ensembles – „notfalls auch Alt, Bass und was sonst gebraucht wird“ – waren die Lacher im Publikum nicht mehr zurückhaltend. Matt sang das Solo in „Meine heiße Liebe“ und ließ damit den Funken endgültig überspringen. Der Song der „Wise Guys“, der wohl bekanntesten A-cappella-Gruppe Deutschlands, handelt von einer Tasse Kaffee. Wegen einer Erkältung von Viola Unger – neben Matt, die zweite Hälfte der musikalischen Leitung –  hatten die acht Sänger das Programm etwas umgestellt und der Lehrerin und Chorleiterin den Vortritt gelassen.

„Once in every life, someone comes along and you came to me“, ertönte es in der Kirche. „It was almost like a song“ von Ronnie Milsap verriet nichts von den Problemen von Viola, da waren sich die Besucher einig. „Dancing Queen“ folgte, und das schöne Arrangement von „Every breath you take“ überzeugte, dass nicht nur Witz eine Stärke der Truppe ist. Wobei der immer wieder zum Tragen kam: „Und ist der Zirkus noch so klein, einer muss der August sein,“ stellte Jan Unger den Engländer aus Viernheim, Toby, vor. Und der zeigte, dass er wenig Worte braucht.

Bei „Something stupid“, einem Duett mit Viola, verrieten Mimik und Gestik, dass es ihm nicht leicht fiel, und das Publikum hatte keine Chance ernst zu bleiben. Bei „Probier’s mal mit nem Bass“ riss Hans Unger das Publikum mit. „Ich bin das Fundament“, „Ich hab mehr Gemütlichkeit“ stellte er die Vorzüge seiner Stimmlage heraus. Er durfte sich von Toby die Aufforderung „Old man – riwwer!“ anhören, um das Lied „Ol’ Man River“ anzukündigen.

Jan Unger übernahm den Solopart in „Sing mal wieder“ und als Warnung wurde zuvor ein Sturmtief angekündigt, das Matt als „Schlagzeug“ regelmäßig veranstalte. Da sie es bereits bei ihrem letzten Konzert in der Fürther Kirche getestet hatten, wagten die acht Männer und Frauen, unter ihnen auch Meike Fink (Sopran), den „Choral mit gefährlichem Text“ in der heiligen Halle zu singen. Zu verantworten haben die Prinzen den Text von „Audi Victoria“.

Neu mit dabei ist Felica Handelmann mit ihrer klaren und hellen Stimme. Gesangstrainerin Lorna Dooley vermittelte die junge Frau.

Anne Lindner (Alt) trat im Duett mit Toby besonders hervor. Es waren auch „More than words“, die die beiden von sich gaben. Toll interpretiert war „Träum vom Meer“ und nach „Thank you for the music“ und „Good vibrations“ war die Forderung nach einer Zugabe schon programmiert.

Im Gegensatz zum ersten eigenen Konzert, war die Gruppe am Samstag darauf vorbereitet – „Only you“ und „Barbara Ann“ gab es für das begeisterte Fürther Publikum.